Ausländer rein! Oder was hilft gegen den Fachkräftemangel?

In Deutschland herrscht seit einigen Tagen die Debatte über den bevorstehenden allgemeinen Fachkräftemangel. Aufgrund des demografischen Wandels und der immer höheren Nachfrage an qualifizierten Arbeitern werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten viele Stellen in den Unternehmen unbesetzt bleiben und die wirtschaftliche wie technologische Entwicklung bremsen.

Bedeutet das nun, dass wir wieder unsere Grenzen öffnen müssen, um die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen? Kommen jetzt anstatt Türken und Italiener, wie in den 60er Jahren, US-Amerikaner und Inder? Fakt ist, dass wir uns über eine Überfremdung keine Sorgen machen müssen. Denn statt populistisch und vereinfachend mit Begrüßungsgeld für Zuwanderer zu winken, lässt sich viel im eigenen Land ändern und verbessern.

In Deutschland steckt ein erhebliches Potenzial an Arbeitskräften, welches noch nicht ausreichend gehoben wurde. Viele ältere Menschen und Frauen werden noch nicht optimal in die Unternehmensentwicklung miteinbezogen. Noch sind drei Viertel aller Teilzeitstellen von Frauen besetzt und ältere Menschen erhalten seltener betriebsinterne Weiterbildungen als ihre jüngeren Kollegen. Einbindung ältere Arbeiter in die Arbeitsprozesse, flexiblere Arbeitsbedingungen für Frauen und allgemeine Zusatzqualifikationen für die Belegschaft können dazu beitragen, das Unternehmen wettbewerbsfähiger auf dem Arbeitsmarkt zu machen.

Andererseits kann auch die Politik diese Impulse durch bessere Rahmenbedingungen optimieren. Ein Ausbau der Kindertagesstätten und der Ganztagsschulen, die Förderung des sog. lebenslangen Lernens und eine gezielte Zuwanderungspolitik ermöglichen es den Arbeitnehmern, sich für den Standort Deutschland als Arbeitsplatz zu entscheiden. Vor allem muss aber Bildung vermehrt als der Rohstoff Deutschlands verstanden werden, den es zu fördern und zu pflegen gilt.

Alles in allem wird eine globale und offene Gesellschaft nicht umher kommen, ausländische Arbeiter zu akzeptieren, da sie schon längst Bestandteil unserer Wirtschafts- und Wissenschaftsstruktur und eine Bereicherung für den Entwicklungsprozess sind. Daneben muss aber auch eine offensive Bildungspolitik die Chancen der Menschen in unserem Land stärken.

Quelle:

Stellungnahme des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zum Fachkräftebedarf der Wirtschaft

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Eine Antwort zu “Ausländer rein! Oder was hilft gegen den Fachkräftemangel?

  1. Achja, das leidige Thema der Fachkräfte.

    Japan hat generell dasselbe Problem in schlimm. Der Teufelskreis an der Sache ist, dass Japan seine kulturellen Grenzen verschlossen hält und trotzdem sein Image als innovativ und Fachkräftereich nicht verloren hat. Wenn Deutschland lernen wollte, sollte es also auf keinen Fall Japan fragen, sonst würden wir bald Türken und Rumänen nur noch in Dönerbuden und als Putzkräfte einstellen… Moment mal.

    Das Problem an der Sache ist einfach, dass wir für Fachkräfte wohl so unattraktiv sind, wie eine reinjapanische Firma es für mich ist. Von aussen stark in der Gemeinschaft, aber in die muss man erstmal reinkommen.
    Ein Senpai (höheres Semester, post-Auslandsjahr) ist über Kontakte (!) in einem japanischen Grosskonzern aufgenommen wurden – für ein ‚Internship‘.

    Normale Internships sind wie gut bezahlte Praktika wenn man sie in Internationalen oder gar Deutschen Unternehmen wie Bosch oder BMW macht; oder aber bei offenen Firmen wie Toyota.

    Mein Senpai hat jedoch genau das erlebt, was Türken und sonstige Ausländer (und hier verwende ich bewusst Ausländer, da es auf das Land scheinbar nicht ankommt – siehe Japan) hier in Deutschland erleben:
    Wenn du die Sprache nicht PERFEKT kannst, bist du raus. Wenn du dich entweder der Landes- oder der Firmenkultur nicht anpassen kannst, gilt dasselbe. Bezahlung? Wieso, du bist doch nur Praktikant. Und viel machen durfte er auch nicht.

    Bei Bosch übernimmt man internationale Projekte – in reinjapanischen Firmen hingegen kommt das ganze einer 4-Monate langen Führung gleich. Zugegeben, der Konzern hat dank Keiretsu ALLES produziert, aber das sei hier nicht das Thema.

    Integration ist also einer der vitalen Kernpunkte, die ein Land attraktiv machen. Auswandern in die skandinavischen Länder ist beispielsweise vor allem deswegen einfach, da sie ihre eigene Sprache als unwichtig empfinden und gleichzeitig perfekt Englisch sprechen.

    Die Fachkräfte werden auch nicht kommen, wenn wir die Grenzen komplett abreissen. Was sich ändern muss ist die Gesellschaft, sonst sehe ich für die Zukunft Deutschlands in der Hinsicht schwarz – vor allem da unsere eigenen Kinder allesamt des Förderns nicht werte Taugenichtse sind!!11 😉

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