Klimagipfel in Cancun

Im mexikanischen Cancun sind Vertreter der Länder der Vereinten Nationen zusammengekommen, um das Klima zu ändern. Es soll weniger warm werden, das Meer nicht so stark ansteigen und Wetterkatastrophen weniger werden. Natürlich wissen wir, dass Politiker nicht das Klima bestimmen können, wenn es selbst schon den Meteorologen schwer fällt, das Wetter für nächste Woche vorherzusagen. Es geht vielmehr um Geld und Macht, Verantwortung und Gerechtigkeit. Die Vereinten Nationen machen eben keine halben Sachen. Was will man also wirklich erreichen?

Auf der Suche nach einem Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls versucht man Gemeinsamkeiten beim weltweiten Bestreben, den Klimawandel aufzuhalten oder abzuschwächen, zu finden. Dabei wird das Ziel meist nicht angezweifelt. Den Klimaskeptikern zum Trotz geht man davon aus, dass der Klimawandel vom Menschen und seinem extremen Ausstoß von CO2 beschleunigt wird. Durch eine Reduzierung der Emissionen wird dann wieder alles gut und die Erderwärmung aufgehalten. So weit die Theorie. Nichtsdestotrotz wird sich an den starren Positionen der teilnehmenden Länder nichts ändern. Die größten Industrienationen, wie USA und China, die in einem nicht unerheblichen Maße für CO2-Emissionen verantwortlich sind, verweigern sich größerer Verantwortung vor der Weltgemeinschaft. Betroffen vom weltweiten Klimawandel sind jedoch die Ärmsten der Armen – Länder in Afrika oder im Südpazifik – und besonders auf die Zuwendungen der reichen Industrieländer abhängig. Vorrangig spielt das Geld den entscheidenden Faktor in den Verhandlungen. Wer zahlt für wen wie viel? Wer verzichtet auf die Nutzung von Erdöl, -gas oder Kohle? Niemand möchte im Sinne seiner Binnenwirtschaft zurückstecken. Niemand legt freiwillig mehr auf den Tisch als sein Nebenmann.

Was bringt uns dann also noch eine Klimakonferenz oder ein Klimaabkommen der Vereinten Nationen? Klimawandel ist ein globales Problem. Daher ist es ganz klar, dass man auch globale Lösungen braucht. Zum Beispiel wird in Cancun darüber diskutiert, wie man den Regenwaldschutz finanzieren kann. Auch der Handel mit den CO2-Emissionen ist auf UN-Ebene beschlossen worden. Doch oft lassen sich solche Antworten nicht mit allen Beteiligten finden. Zu unterschiedlich sind die Forderungen, die Ansprüche, die Perspektiven aller Staaten.

Und dann kommt noch die Frage nach der Sinnhaftigkeit der vereinbarten Ziele. Das Klima können sie nicht ändern. Es gilt, die Umwelt zu schützen und sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Die Entwicklungsländer brauchen dabei finanzielle und technologische Hilfe der Industrieländer – und dies geschieht bereits auf internationaler, meist bilateraler Ebene. Deutschland schließt in seiner Entwicklungshilfe ganz ausdrücklich auch die Anpassung an den Klimawandel und den Klimaschutz mit ein. Dies wäre auch für andere Länder eine Möglichkeit, sich entgegen zu kommen und gemeinsame Beschlüsse zu fassen. Die großen Ziele sollten dann trotzdem auf der großen Bühne getroffen werden. Entscheidungen, Kompromisse auf globaler Ebene haben eine hohe demokratische Legitimität und unterstreichen die besondere Bedeutung ihrer Beschlüsse.

Für Cancun kann man nun eben dies hoffen. Eine ehrliche Diskussion über den Klimawandel und die Möglichkeiten, globale Probleme gemeinsam zu lösen, könnte als nächster Schritt zu gemeinsamen Lösungen gewertet werden und zeigen, dass man weiterhin eine Gemeinschaft bildet, die sich auch im Klimawandel nicht auflöst.

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Eine Antwort zu “Klimagipfel in Cancun

  1. Wer sich fragt wo denn der Klimawandel bleibt, sollte mal nach Südostasien schauen.
    Wir hier in Europa haben einen recht bösen Winter abbekommen, mit Schnee im November und ohje wie kalt es doch ist.
    In Japan sind zur Zeit um die 15 Grad und Sonnenschein.

    Und das Problem sind meiner Meinung nach immernoch die USA, wie so oft. Denn die behaupten „wenn China nicht mitmacht, machen wir auch nicht mit“. Das ist, als würde ein Sprengstoffexperte sich weigern würde einen wichtigen Draht zu schneiden, wenn nicht auch die Kindergärtnerin neben ihm zuerst einen schneidet.

    China kann es sich nicht leisten, seine Industrie zu vertreiben, denn zur Zeit baden sie im Reichtum des Kapitalismus. Und wer will schon auf billige Werke in China verzichten?

    Wenn wir uns aber mal die Ölreserven anschauen, wird sich das Problem innerhalb der nächsten 20 Jahre von selbst lösen. In China und Indien wollen so langsam alle Auto fahren, und in Amerika haben wir immernoch SUVs statt Smarts in New York. So geht uns irgendwann das Öl aus, und niemand kann mehr Auto fahren. Spätestens ab dann investieren alle in alternative Energien, und damit einher gehen Desinvestitionen in CO2-lastige Industrien.

    Natürlich ist so ein Gipfel immer sinnvoll! Wenn uns irgendwann das Öl ausgeht unterstützt das nur die Massnahmen, die wir jetzt beschliessen.

    Ach und, liebe Forscher, beeilt euch doch mal mit der Kernfusion!

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